Flugzeug im Landeanflug | Bildquelle: dpa

Verspätete Anschlussflüge Entschädigung auch außerhalb der EU

Stand: 31.05.2018 11:05 Uhr

Nicht nur innerhalb der EU, sondern nun auch außerhalb: Fluggäste haben einen Anspruch auf Entschädigung, wenn Anschlussflüge verspätet sind. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Fluggäste haben nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs auch bei Verspätungen von Anschlussflügen außerhalb der EU Anspruch auf Entschädigung. Zwischenlandungen in Staaten außerhalb Europas änderten nichts daran, wenn sie Teil einer einzigen Buchung waren und der Abflugsort sich innerhalb der EU befand. Das entscheiden die Luxemburger Richter.

Mit dem Urteil können Flugreisende künftig häufiger auf Entschädigungszahlungen hoffen.

Deutsche hatte geklagt

Im konkreten Fall hatte eine Deutsche bei Royal Air Maroc einen Flug von Berlin nach Agadir in Marokko gebucht. In Casablanca musste sie umsteigen und einen Anschlussflug nehmen. Doch der gebuchte Anschlussflug wurde ihr verweigert. Ihr Sitzplatz sei anderweitig vergeben worden, hieß es. Der nächste Anschlussflug erfolgte mit vier Stunden Verspätung. Die Airline verweigerte eine Entschädigung. Begründung: Die europäische Fluggastrechteverordnung gelte nicht in Marokko.

Recht auf Entschädigung

Der EuGH gab aber der Deutschen recht. Der Abflug in Berlin und der Anschlussflug in Marokko seien wie ein und derselbe Flug anzusehen. Deshalb gelte die Fluggastrechteverordnung. Und deshalb habe die Klägerin auch einen Anspruch auf Entschädigung.

(Rechtssache C-537/17 )

Mit Informationen von Klaus Hempel, ARD-Rechtsredaktion

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. März 2018 um 13:23 Uhr.

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