Audi-Chef Rupert Stadler | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstoc

Ermittlung in Dieselaffäre Durchsuchung bei Audi-Chef Stadler

Stand: 11.06.2018 11:49 Uhr

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt nun auch Audi-Chef Stadler des Betrugs und ließ seine Privatwohnung durchsuchen.

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen rückt nun auch Audi-Chef Rupert Stadler in den Fokus der Ermittler. Er und ein weiteres Vorstandsmitglied des Autoherstellers würden seit dem 30. Mai als Beschuldigte geführt, teilte die Staatsanwaltschaft München II. Beiden werde unter anderem Betrug zur Last gelegt.

Um Beweismaterial zu sichern, ließ die Staatsanwaltschaft am Morgen die Privatwohnungen der beiden Beschuldigten durchsuchen. Ein Audi-Sprecher erklärte, die VW-Tochter kooperiere mit den Ermittlern.

Stadler bestreitet Vorwürfe

Bei den Ermittlungen gegen Stadler und das weitere Audi-Vorstandsmitglied geht es um den Vorwurf, dass Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Software zur Abgassteuerung auf den europäischen Markt gebracht worden seien. Stadler bestritt bislang jede Beteiligung an den Manipulationen und konnte sich trotz interner Kritik bisher als Audi-Chef halten.

Die Staatsanwaltschaften in München und Braunschweig ermitteln seit vielen Monaten in der Dieselaffäre gegen zahlreiche Beschuldigte bei Volkswagen und Audi. Die Zahl der Beschuldigten in dem Ermittlungsverfahren stieg durch die neue Entwicklung auf 20. Anfang Februar hatten Staatsanwälte die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht.

Wenig später wurden auch Privatwohnungen und in einem Fall auch der Arbeitsplatz dreier weiterer Beschuldigter durchsucht. Bei zweien von ihnen handelt es sich nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft um ehemalige Vorstandsmitglieder von Audi. Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten mitverantwortlich dafür gewesen seien, zumindest einen wesentlichen Teil der mit manipulierten Dieselmotoren ausgestatteten Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Als einziger Beschuldigter kam der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand in Untersuchungshaft. Er war im September 2017 festgenommen worden.

Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler gestartet
Tobias Betz, BR
11.06.2018 12:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

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