Zentrale des Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Rundfunkbeitrag Was, wann, wie viel?

Stand: 16.05.2018 09:10 Uhr

Seit Gründung der Bundesrepublik gibt es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seitdem ist die Rundfunkgebühr von damals zwei D-Mark auf heute 17,50 Euro gestiegen. tagesschau.de hat Zahlen und Fakten zusammengetragen.

Von Sandra Stalinski, tagesschau.de

Die GEZ gibt es nicht mehr, doch für die meisten Bürger hat sich seither nicht allzu viel geändert. Seit 1. Januar 2013 heißt die frühere Rundfunkgebühr nun Rundfunkbeitrag. War bei der Gebühr noch ausschlaggebend, wer wie viele Geräte zu welchem Zweck bereithält, gilt inzwischen das Prinzip: Eine Wohnung, ein Beitrag. Wie viele Personen in einer Wohnung leben, ist seither nicht mehr von Interesse.

Seit 2009 betrugen Rundfunkgebühr beziehungsweise -beitrag konstant 17,98 Euro. Nach der Reform konnte der Beitrag zum April 2015 erstmals gesenkt werden auf seither 17,50 Euro.

Alle vier Jahre wird der Beitrag neu errechnet, die nächste sogenannte Beitragsperiode beginnt 2021. Dass es dann beim jetzigen Rundfunkbeitrag bleiben kann, wird bezweifelt. Denn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen erhöhten Finanzbedarf angemeldet.

Und auch die KEF, die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, die die Finanzen der Sender kontrolliert, teilt diese Auffassung. KEF-Chef Heinz-Fischer-Heidlberger geht davon aus, dass der Rundfunkbeitrag um mehr als einen Euro steigen wird.

Von zwei DM auf 17,50 Euro

Angefangen hat es in der frisch gegründeten Bundesrepublik mit einer Gebühr von zwei D-Mark, dann kam die "Fernsehgebühr" in Höhe von zunächst fünf Mark dazu. Seit 1970 stieg die Gebühr stetig. 1990 waren es schon umgerechnet 9,71 Euro pro Monat.

Von den aktuell 17,50 Euro Rundfunkbeitrag entfallen 12,37 Euro auf die ARD mit ihren Gemeinschaftsangeboten wie dem Ersten Deutschen Fernsehen, den Spartenprogrammen wie ARTE, 3sat oder KiKA und auf die einzelnen Landesrundfunkanstalten. 4,32 Euro erhält das ZDF, 0,48 Euro das Deutschlandradio. 0,33 Euro entfallen auf die Landesmedienanstalten (LMA), die Aufsichtsbehörden für private Radio- und Fernsehprogramme und Internetangebote, die von den jeweiligen Bundesländern unterhalten werden.

Einnahmen von rund acht Milliarden Euro

44,7 Millionen Beitragskonten führt der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio derzeit. Dadurch kommen jährlich Einnahmen von rund acht Milliarden Euro zusammen (2016: 7,98 Milliarden). Bei der alten Rundfunkgebühr waren es zwischen sieben und siebeneinhalb Milliarden Euro. Bezahlt werden davon unter anderem die derzeit rund 41.500 Stellen ("Vollzeitäquivalente") des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Hinzu kommen laut aktuellem KEF-Bericht Überschüsse gegenüber dem tatsächlichen Finanzbedarf von knapp 545 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2020. Die seien vor allem auf Mehreinnahmen, Sparbemühungen und den Verzicht auf Investitionen zurückzuführen. Diese Rücklagen werden laut Prognosen allerdings nicht ausreichen, um den erhöhten Finanzbedarf der Sender zu decken.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Höhe des Rundfunkbeitrags mit 210 Euro pro Jahr im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die Schweiz mit 418 Euro und Schlusslicht ist Tschechien mit rund 81 Euro.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Mai 2018 um 09:00 Uhr.

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