SEK Beamte mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen steigen in einen Krankenwagen. | Bildquelle: dpa

Giftfund in Köln Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen

Stand: 14.06.2018 14:08 Uhr

Gegen den Terrorverdächtigen von Köln ist Haftbefehl erlassen worden. Ermittler fanden hochgiftiges Rizin in seiner Wohnung, das er möglicherweise für einen Anschlag verwenden wollte.

Von Michael Götschenberg und Holger Schmidt, ARD-Terrorismusexperten

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin in einer Kölner Hochhaus-Wohnung hat der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen den 29-jährigen Tunesier erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwaltes.

Außerdem ermittele die Behörde weiter auch wegen des Anfangsverdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Dem 29-Jährigen sei es Anfang Juni gelungen, mit zuvor beschafften Gerätschaften und Substanzen hochgiftiges Rizin herzustellen.

Kölner Polizei nimmt Terrorverdächtigen fest
Morgenmagazin, 14.06.2018, Markus Schmitz, WDR

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Es waren Bestellungen im Internet, die die Sicherheitsbehörden auf Sief H. aufmerksam werden ließen. Nach Informationen von SWR und RBB erhielt das Bundesamt für Verfassungsschutz einen Hinweis aus dem Ausland, dass der Tunesier mit Wohnsitz in Köln-Chorweiler Chemikalien und andere Bestandteile geordert habe, die zum Bau einer Bombe geeignet seien.

Bombe mit Biokampfstoff?

Hinzu kam, dass der Mann sich auch Rizinus-Samen in großer Menge besorgte - insgesamt 1000 Stück. Die Vermutung: Der Tunesier könne beabsichtigen, eine Bombe mit Biokampfstoff herzustellen. Rizinus-Bohnen enthalten nämlich einen hochgiftigen Bestandteil, das Protein Rizin, das für den Menschen auch in kleinsten Mengen, zum Beispiel inhaliert, sehr gefährlich sein kann.

"Wie toxisch es ist, wie viel man davon braucht, all diese Fragen hängen davon ab, wie es aufgenommen wird", erklärt der Berliner Toxikologe Ralf Stahlmann, der jahrelang Direktor des Toxikologischen Instituts der Berliner Charité war. Inhaliert sei aber bereits der Rizin-Anteil einer einzigen Bohne für den Menschen gefährlich.

IS propagiert Giftanschläge

Seit langem schon halten die Sicherheitsbehörden einen islamistisch motivierten Anschlag mit Biokampfstoffen für denkbar. Der "Islamische Staat" hatte in der Vergangenheit Anschläge mit biologischen Kampfstoffen propagiert und soll eine Anleitung für den Bau einer Rizin-Bombe verbreitet haben.

Der 29-jährige Tunesier kam 2016 nach Deutschland und ist mit einer deutschen Staatsangehörigen, einer Islam-Konvertitin, verheiratet. Bis zu der verdächtigen Online-Bestellung war der Mann den Sicherheitsbehörden nicht aufgefallen.

SEK Beamte mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen steigen in einen Krankenwagen. | Bildquelle: dpa
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Die Beamten durchsuchten die Wohnung des Tunesiers unter größten Sicherheitsvorkehrungen.

Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz übergab den Fall an die Kölner Polizei, die sich entschied, aufgrund einer möglicherweise drohenden akuten Gefahr schnell zuzugreifen. Spezialeinsatzkräfte der Polizei stürmten die Wohnung des Mannes und seiner Frau in Köln-Chorweiler.

Ob der Mann tatsächlich einen Anschlag verüben wollte, ist noch völlig unklar. Unabhängig davon allerdings ist bereits die Herstellung von Rizin ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und damit ein schweres Vergehen. Die Bundesanwaltschaft kündigte für Donnerstag eine Presseerklärung mit weiteren Details an.

Verdächtiger wollte offenbar Rizin herstellen
Michael Götschenberg, ARD Berlin
13.06.2018 19:06 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Juni 2018 um 22:15 Uhr.

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