Trump | Bildquelle: AP

Einwanderer aus Afrika und Haiti Trump beschwert sich über "Drecksloch-Länder"

Stand: 12.01.2018 03:04 Uhr

Selbst für Trump ist das bemerkenswert vulgär: Der US-Präsident soll sich während einer Debatte über Einwanderer aus "Drecksloch-Ländern" beschwert haben - gemeint waren wohl unter anderem afrikanische Staaten. Stattdessen wünschte Trump sich mehr Norweger.

Bei einem Treffen zur US-Einwanderungspolitik hat Präsident Donald Trump die Einreise von Menschen aus "Drecksloch-Ländern" ("shithole countries") kritisiert. Der Kommentar fiel während einer Debatte über einen von republikanischen und demokratischen Senatoren erarbeiteten Gesetzentwurf, wie US-amerikanische Medien berichteten. Die Zeitungen beriefen sich auf Personen mit Kenntnissen über das Treffen.

Einem der Insider zufolge sagte Trump bei der Besprechung im Weißen Haus: "Warum wollen wir diese Leute aus Afrika hier haben? Das sind Drecksloch-Länder ... Wir sollten mehr Leute aus Norwegen haben." Einer zweiten Person zufolge zog er zudem in Zweifel, dass Menschen aus Haiti in die USA kommen sollten. In dieser Woche hatte Trump sich mit der norwegischen Ministerpräsidentin getroffen.

Kompromiss für "Dreamer" gesucht

Zu dem Treffen im Oval Office kam es nun, weil sechs Senatoren einen überparteilichen Kompromiss ausgearbeitet hatten, der Hunderttausende junge Migranten vor Abschiebung schützen und den US-Grenzschutz stärken sollte. Die sogenannten "Dreamer" sorgen seit mehreren Monaten für Sorge in Washington - ein Schutzprogramm für sie läuft demnächst aus. Und die Demokraten sind nicht zu einer Zusammenarbeit beim Grenzschutz bereit, falls für die Betroffenen - die meisten im Studentenalter - keine Lösung zum Verbleib in den USA gefunden wird. Das Weiße Haus erklärte nach dem Treffen, die Vereinbarung der Senatoren sei abgelehnt worden. "Wir sind noch nicht ganz da, aber wir sind nah dran", sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders mit Blick auf einen Kompromiss.

In dem Gespräch erläuterte der demokratische Senator Richard Durbin Trump offenbar, dass dem Vorschlag der Politiker zufolge eine bislang bestehende spezielle Visa-Vergabe per Los beendet werden sollte. Von diesen haben in der Vergangenheit beispielsweise Menschen aus Afrika profitiert. Ihnen sollten andere Visa-Möglichkeiten eröffnet werden - und, im Gegenzug für die Abschaffung des Verlosungsprinzips, sollte Menschen aus El Salvador, Guatemala und Haiti der Aufenthalt erlaubt werden, die nach Naturkatastrophen in ihrer Heimat in die USA geflohen sind. In diesem Zusammenhang fielen die "Drecksloch"-Äußerungen Trumps. Das Weiße Haus bestritt die Aussagen nicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2018 um 06:00 Uhr.

Darstellung: