Giuseppe Conte | Bildquelle: ETTORE FERRARI/EPA-EFE/REX/Shutt

Trotz Migrationsstreits Conte fährt nun doch zu Macron

Stand: 14.06.2018 13:01 Uhr

Im Flüchtlingsstreit gibt es versöhnlichere Töne: Frankreichs Präsident Macron relativierte seine kritische Aussage in einem Telefonat mit Italiens Regierungschef Conte. Nun findet das Treffen zwischen beiden statt.

Der Streit zwischen Italien und Frankreich über die Flüchtlingspolitik der Regierung in Rom entspannt sich. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe ein Telefonat mit Regierungschef Giuseppe Conte geführt, teilte das Büro von Conte mit. Das für Freitag geplante Treffen zwischen beiden findet doch statt. Dies bestätigte der Élyséepalast.

Macron betonte in dem Telefonat, er habe Italien oder die italienische Bevölkerung niemals beleidigen wollen. Die beiden Spitzenpolitiker hätten die Bereitschaft ihrer Länder bestätigt, Hilfe für Menschen in Not im Rahmen bestehender Regeln zu organisieren. "Das Gespräch war herzlich", berichtete Europastaatssekretärin Nathalie Loiseau dem Radiosender Europe 1.

Macron: Italien "verantwortungslos"

Bei dem Streit geht es um die Aufnahme Hunderter Migranten, die vom Schiff "Aquarius" der Organisation SOS Mediterranee in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet worden waren. Macron hatte Italien wegen der Weigerung zur Aufnahme der insgesamt 629 Flüchtlinge auf dem Hilfsboot am Dienstag "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. Gabriel Attal, ein Sprecher von Macrons Partei, sagte: "Die italienische Position lässt mich kotzen."

Nach der Äußerung von Macron hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega eine offizielle Entschuldigung aus Paris gefordert und mit der Absage des für Freitag geplanten Treffens gedroht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juni 2018 um 05:55 Uhr.

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