Autos fahren auf einer mehrspurigen Straße in der südjemenitischen Hafenstadt Aden.  | Bildquelle: REUTERS

Bürgerkrieg Kämpfe um Regierungssitz im Jemen

Stand: 28.01.2018 13:35 Uhr

In der südjemenitischen Hafenstadt Aden sind heftige Kämpfe um den Regierungssitz ausgebrochen. Ministerpräsident bin Dagher sprach in einer Erklärung von einem "Putsch" der Separatisten.

In der Hafenstadt Aden im Südjemen haben sich Separatisten und Regierungstruppen schwere Gefechte um den Sitz der international anerkannten Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi geliefert. Nach Angaben von Vertretern der Sicherheitskräfte wurden bei Kämpfen mit Regierungstruppen mindestens sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt.

Die Kämpfe weiteten sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen mittlerweile auf die gesamte Stadt aus. Schulen und Geschäfte sind geschlossen, in mehreren Stadtvierteln wurde mit schweren Waffen gekämpft. Nach Angaben von Rettungskräften waren auch Zivilisten unter den Opfern.

Regierungschef Ahmed bin Dagher sprach von einem "Putsch" der Separatisten, die seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Südjemen kämpfen, und bat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition um Unterstützung.

Karte: Jemen mit Sanaa und Aden
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Die jemenitische Regierung verlegte ihren Sitz 2014 von Sanaa nach Aden, nachdem die Huthi-Rebellen Sanaa eingenommen hatten.

Ultimatum abgelaufen

In den vergangenen Jahren hatten die Armee von Präsident Hadi und die im Südlichen Übergangsrat (STC) zusammengeschlossenen Separatisten gemeinsam gegen die schiitischen Huthi-Rebellen gekämpft. Die Rebellen hatten große Teile des Nordjemens eingenommen. In der vergangenen Woche hatten die STC-Separatisten Präsident Hadi dann aufgefordert, Ministerpräsident bin Dagher und einige Minister wegen Korruption zu entlassen. Die von den Separatisten gestellte Frist an Präsident Hadi lief heute ab.

Die Separatisten fordern einen unabhängigen Südjemen. Die Regierung hatte ihren Sitz bereits 2014 von Sanaa nach Aden verlegen müssen, nachdem die Huthi-Rebellen die Hauptstadt eingenommen hatten. Die schiitischen Huthi-Rebellen und die mit ihnen verbündeten Militäreinheiten des gestürzten und inzwischen ermordeten Staatschefs Ali Abdallah Saleh kämpfen seit 2014 gegen Truppen von Präsident Hadi. Hadi wird von Saudi-Arabien unterstützt, die Huthi-Rebellen vom Iran.

Die Menschen im Jemen leben seit Jahren im Bürgerkrieg. Rund 8,4 Millionen Jemeniten sind nach UN-Angaben von Hunger bedroht. Außerdem herrscht in dem Land eine Cholera-Epidemie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2018 um 13:00 Uhr.

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