Trump und Kim treten nach dem Essen aus der Tür des Capella Resorts | Bildquelle: AFP

USA-Nordkorea-Gipfel Schmeicheln statt beleidigen

Stand: 12.06.2018 13:17 Uhr

In blumigen Worten lobte US-Präsident Trump Nordkoreas Machthaber Kim, den Erfolg des Gipfels und seine eigenen Verdienste. Für Trump ist das Treffen auch ein Triumph über Obama.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

"Wir sind bereit, eine neue Geschichtsschreibung zu beginnen, ein neues Kapitel zwischen unseren Nationen aufzuschlagen" - so äußerte sich US-Präsident Donald Trump nach seinem Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.

Den Mann, dessen Land die USA offiziell gar nicht anerkennen, den Mann, den Trump noch vor kurzem als "verrückten Raketenmann" bezeichnete und vor dem er mit seinem größeren Atomknopf prahlt, den Mann konnte er gar nicht aufhören zu loben: "Vor allem muss ich dem Anführer Nordkoreas dafür danken, dass er den ersten mutigen Schritt für eine leuchtende neue Zukunft seines Volkes getan hat. Unser beispielloses Treffen zwischen einem amerikanischen Präsidenten und dem Staatschef Nordkoreas zeigt, dass echte Veränderung möglich ist", so Trump.

Trump und Kim wollen Atomstreit beilegen
tagesschau 20:00 Uhr, 12.06.2018, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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Sanktionen bleiben bestehen

In einem Dokument, das beide unterzeichneten, verpflichtet sich Nordkorea auf der einen Seite, auf die komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Der US-Präsident sagte im Gegenzug Sicherheitsgarantien für Nordkorea zu. Bis Nordkorea sein Atomwaffenarsenal komplett abgebaut hat, blieben die Sanktionen allerdings bestehen.

Blick auf die Skyline Singapurs | Bildquelle: REUTERS
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Blick auf die Skyline Singapurs, den Ort des Gipfels

"Wir träumen von einer Zukunft, in der alle Koreaner in Harmonie zusammenleben können, in der Familien wiedervereint werden und Träume wiedergeboren werden - und in der das Licht des Friedens die Dunkelheit des Krieges verjagt." Derartig poetisch malte Trump in einer Pressekonferenz aus, was nun erreicht werden könnte - dank seines nie da gewesenen Einsatzes, wie er nicht müde wurde zu sagen.

Korea-Krieg spielte eine Rolle

Die Dunkelheit des Krieges spielt auch eine Rolle in dem Abschlussdokument des Gipfels: Beide Staaten verpflichten sich, die Überreste von Kriegsgefangenen oder Vermissten des Korea-Krieges aufzufinden und bereits identifizierte in ihr Heimatland zu überführen.

Die beiden Staatschefs hatten in einer historischen Begegnung unter vier Augen und später in einer erweiterten Runde in Singapur getagt. Wir haben die Vergangenheit hinter uns gelassen, sagte Kim Jong-Un.

Es gebe keine Grenze für das, was Nordkorea ohne Atomwaffen erreichen könne, sagte der US-Präsident und deutete auf Handelsbeziehungen hin. "Wenn es den Handel begrüßt und sich einbringt in Beziehungen zu Ländern, die sich gerne einbringen wollen."

Triumph über Obama

Ein Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA war noch vor kurzem undenkbar, aber es ist im Interesse beider Staatschefs gewesen, dieses Treffen stattfinden zu lassen. Kim hat damit einen Punktsieg gelandet und ist auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten behandelt worden. Trump hingegen will damit wahrgenommen werden als derjenige, der erreicht hat, was sein Amtsvorgänger Barack Obama nicht gelungen sei.

Das Erste sendet zu dem Gipfeltreffen heute um 20.15 Uhr einen 30-minütigen Brennpunkt.

Trump und Kim und die neue Geschichtsschreibung
Lena Bodewein, ARD Singapur
12.06.2018 12:31 Uhr

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