Das Rettungsschiff ''MV Aquarius'' (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS

629 Flüchtlinge an Bord Spanien bietet Hilfe für Rettungsschiff an

Stand: 11.06.2018 17:34 Uhr

Spanien hat sich bereit erklärt, das Rettungsschiff "Aquarius" mit 629 Flüchtlingen an Bord einlaufen zu lassen. Zuvor hatten sich Italien und Malta geweigert, das Schiff anlegen zu lassen.

Im Tauziehen zwischen Italien und Malta um die Aufnahme von 629 Flüchtlingen von einem Rettungsschiff zeichnet sich eine Lösung ab. Spaniens neuer sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez kündigte an, dass sein Land bereit sei, die "Aquarius" in Valencia einlaufen zu lassen.

"Es ist unsere Pflicht, dabei zu helfen, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern", begründete Sánchez seine Entscheidung. Den Flüchtlingen auf dem Schiff "Aquarius" solle ein "sicherer Hafen" angeboten werden.

Schwierige Fahrt nach Valencia

Die Fahrt nach Valencia kann laut der französischen Hilfsorganisation SOS Mediterranée, die das Schiff betreibt, zwei bis drei Tage dauern. Eine entsprechende Anweisung durch die Seenot-Rettungsleitstelle in Rom, die den Einsatz koordiniert, stehe noch aus. Das Rettungsschiff müsste außerdem auf See mit neuen Gütern versorgt werden, was alles andere als einfach sei.

Auch Kinder und Schwangere an Bord

Die 629 Flüchtlinge waren am Samstag bei verschiedenen Rettungsaktionen von SOS Méditerranée aufgenommen worden. Der Organisation zufolge sind an Bord auch 123 unbegleitete Minderjährige, elf kleine Kinder sowie sieben Schwangere.

Spanische Regierung lässt Rettungsschiff "Aquarius" einlaufen
tagesschau 20:00 Uhr, 11.06.2018, Michael Schramm, ARD Rom

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Italienischer Innenminister begrüßt Entscheidung

Unter dem neuen italienischen Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei fährt Italien einen härteren Abschottungskurs. Auf die spanische Bereitschaft zur Aufnahme der Flüchtinge reagierte Salvini erfreut. Es zahle sich aus, dass Italien die Stimme erhoben habe. Zugleich dankte er Spanien für die "Großherzigkeit". Die EU könne sich auf solche Gesten allerdings nicht verlassen.

Die maltesische Regierung hatte in dem Streit mitgeteilt, Regierungschef Joseph Muscat habe mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte gesprochen und betont, "dass sich Malta vollständig seiner internationalen Verpflichtungen entsprechend" verhalte. Malta werde das Schiff nicht anlegen lassen.

Aus Seenot gerettete Migranten blicken von dem Rettungsschiff ''Aquarius'' (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Die Situation an Bord sei angespannt gewesen, erklärte eine Sprecherin von "SOS Méditerranée".

Appelle an Italien und Malta

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, die EU-Kommission und die Bundesregierung hatten Italien und Malta zuvor eindringlich aufgerufen, die auf dem Schiff ausharrenden Menschen rasch aufzunehmen. Beide Länder hatten sich fast zwei Tage lang geweigert, das Schiff mit den Flüchtlingen in einem ihrer Häfen anlegen zu lassen. Beide Länder sahen jeweils die andere Seite in der Verantwortung. Trotz des internationalen Drucks blieben beide Seiten unnachgiebig.

Kanzlerin Angela Merkel rief alle Beteiligten auf, "ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden". Deutschland sei schon lange der Auffassung, dass besonders durch die Migrationskrise belastete EU-Staaten wie Italien nicht alleine gelassen werden dürften.

EU sieht Italien in der Verantwortung

Die Frage, wo die "Aquarius" anlanden müsse, werde durch das internationale Recht geregelt, erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission. Dieses lege die Entscheidung in die Hände des Landes, das den jeweiligen Rettungseinsatz koordiniere, also in diesem Fall Italien. Italien müsse demnach die Geretteten aber nicht notwendigerweise selbst aufnehmen, erläuterte sie.

Das internationale Recht liefere stattdessen Kriterien für die von Italien zu treffende Entscheidung. Der Sprecherin zufolge ist das Hauptkriterium, dass die Geretteten möglichst schnell an Land kommen, daneben zählten auch medizinische Bedürfnisse oder die Situation auf See.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Juni 2018 um 15:00 Uhr.

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